Aufsteiger CdP 2Welch' eine Begeisterung heute Nachmittag im Rüsselsheimer Ostpark! Paul (Foto 3. v.l.) und Malte Bonifer (4. v.l.), Ann-Katrin Hartel (5. v.l.), Robin Zimmer (6. v.l.), Ulrich Stöhr (7. v.l.) und Leon Baumann (8. v.l.) sind jetzt wieder da angekommen, von wo sie vor zwei Jahren gekommen waren. Gleiches gilt auch für Katrin Zapletal und Ann-Katrin Weißbäcker, die am heutigen letzten Ligaspieltag nicht mit von der Partie waren. Moritz Hof ( 2. v.l.) und Michael Rödler (rechts) sind in diesem Jahr neu ins Team gerückt und hatten - genauso wie Coach Roland Henzler (links) maßgeblichen Anteil am großen Erfolg.

Doch der Reihe nach. Im ersten Spiel gegen Kassel lief es in der 2. Hessenliga B ziemlich rund. Die Triplettes wurden mit 13:1 und 13:11 gewonnen. Coach Roland Henzler hatte mit einem Wechsel zur rechten Zeit im zweiten Spiel ein goldenes Händchen. Ein deutlicher Rückstand wurde im Zuge zweier Aufnahmen, die insgesamt sage und schreibe acht Punkte einbrachten wettgemacht und das Spiel konnte letztlich noch gedreht werden. Bei den Doublettes gab es mit 13:8 und 13:7 zwei souveräne Siege. Als man auf das Ergebnis des letzten Spieles, das 10:13 endete, warten musste, war schon klar, dass man hoch gewonnen hatte.

Damit hatte man den ersten Gegner des Tages, die Rumkugler aus Kassel, die vor dem Spiel nur einen Punkt hinter dem CdP lagen, aus dem Aufstiegsrennen ausgeschaltet. Gleiches galt nach der ersten heutigen Runde für Crumstadt, Bornheim und Dreieichenhain, die ebenfalls zuvor nur einen Punkt weniger hatten. Leider konnte man das allerdings  nicht von Seeheim behaupten. Letztere setzten sich im entscheidenden Doublette knapp mit 13:11 gegen Dreieichenhain durch und blieben somit am CdP dran. Bei einer knappen Niederlage des CdP und einem knappen Sieg der Seeheimer im jeweils abschließenden Spiel, hätte es einen Punkt- und Spielpunkte-Gleichstand gegeben. Dann hätten die Einzelpunkte den Ausschlag gegeben. Soweit wollte es das Team um Kapitän Paul Bonifer keineswegs kommen lassen. Die Devise war schon vor dem Spieltag klar: Lieber beide Spiele gewinnen, als auf Rechen- und Statistikkünstler angewiesen zu sein.

Im letzten Spiel ging es gegen LBJ Wiesbaden. Vor dem Spieltag standen die Wiesbadener auf Platz 8., dem letzten Nichtabstiegsplatz. Im ersten Spiel wurde gegen den bis dahin punktlosen KSV Brandau mit sage und schreibe 0:5 verloren, so dass klar war, dass nur ein Sieg und ein - für Wiesbaden - optimales Ergebnis beim Zusammentreffen der beiden unmittelbaren Kontrahenten Brandau und Rüsselsheim im letzten Spiel die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben gehalten hätte.

Eigentlich optimale Vorzeichen für unser Team. Nominell war der zweite Dieburger Gegner deutlich schwächer einzuschätzen, als der erste. Aber wie so oft in solchen Situationen - gute Kugeln der lauernden Seeheimer auf dem Nachbarfeld taten ein Übriges - kommen dann noch die Nerven ins Spiel. Triplette 1 ging mit 6:13 verloren, Triplette 2 wurde knapp mit 13:11 gewonnen. Also mussten noch zwei Siege aus den Doublettes her. Hier gab es zunächst ein 13:0 zu bestaunen, das eine gewisse Sicherheit verlieh. Ein anderes Triplette wurde mit 8:13 verloren, aber zum Glück gab es ansonsten noch ein 13:5 zu bestaunen, danach brachen alle Dämme und die sicherheitshalber mitgebrachte Flasche Sekt wurde nicht getrunken, sondern in Formel-1-Manier im Rüsselsheimer Ostpark versprüht.

Wenn morgen, bei den Erstligaspielen der von Stefan "Boni" Bonifer gecoachten ersten Mannschaft keine sportliche Katastrophe passiert, dann wird der CdP im nächsten Jahr mit gleich zwei Mannschaften in der 1. Hessenliga vertreten sein. Dass zwei Mannschaften eines Vereins in der höchsten Spielklasse antreten können, war Ende des letzten Jahrhunderts letztmals möglich. Irgendwann wurde dies dann per entsprechendem Paragraf in der Sportordnung unterbunden. Gerade in diesem Jahr wurde diese Regelung von der Landesversammlung des Hessischen Pétanque Verbandes aufgehoben und der CdP hat dies sofort nutzen können. Perfektes Timing.

Was soll ich hier noch schreiben? Vorstand und Mitglieder des CdP sind überglücklich über diesen sportlichen Erfolg, den man - um ein neues geflügeltes Wort der Berliner Politik zu nutzen - als "CdP-Gesamtkunstwerk" feiern kann.